"Linkin spielen im Park – und wir am Ring" singen ein paar Altpunks aus Düsseldorf auf ihrer neuen Platte und liegen damit nur halb richtig. Denn LINKIN PARK rocken nach dem Doppelschlag in Ring und Park vor allem am 5.6. bei den Telekom Street Gigs in Berlin.
Und das ist wahrscheinlich nicht nur für die Amis das eigentliche Konzerthighlight des Jahres, sondern auch für die Riege der glücklichen Gewinner, die an diesem Abend im altehrwürdigen Admiralspalast dabei sein dürfen. Eine handvoll Fans, sicherlich die eine oder andere Vorabvorstellung des brandneuen Materials (das Album "Living Things" kommt erst am 22. Juni) und die allgegenwärtige Atmosphäre des Exklusiven: Telekom Street Gigs at its best! Wie immer muss keiner vor den Vorverkaufsstellen campieren, um sich eines der ultrawenigen Tickets zu sichern, sondern ihr könnt euch alle locker machen und auf euer Glück vertrauen. Wie immer bei den Telekom Street Gigs kann nur dabei sein, wer sich auf www.telekom-streetgigs.de registriert und beim Ticketgewinnspiel mitmacht. Wir können euch da diesmal leider nicht mithelfen, machen aber für einen von euch den Mokka rund, wie man bei uns in Berlin sagt. Und zwar mit einem LINKIN PARK-Fanpaket, bestehend aus signiertem neuen Album, einem signierten Street Gigs-Plakat und einem LINKIN PARK-Shirt. Und vielleicht hat der glückliche Gewinner ja auch bei der Telekom Fortuna auf seiner Seite. So: What the hell are you waiting for?
Schnell bis zum 31.05. eine Mail mit dem Betreff "Telekom Street Gigs" an verlosung[at]blank-magazin.de und vielleicht, vielleicht...


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Zu tief steht die Sonne der Kultur derzeit im Genre "Deutschrock", als dass man Künstler mit dem Willen zu Originalität und EIgenständigkeit dorthin verorten dürfte, um sie dann auch noch hinterher mit Plagiatsvorwürfen zu schlagen, nur, weil sich mit Stephan Weidner so etwas wie der (ungewollte) Erfinder der Szene der Band als Mentor und Produzent angenommen hat. Dabei sind die Unterschiede auf "Alles in Allem" gegenüber den "Mitbewerbern" doch so offenkundig. Denn musikalisch finden ESCHENBACH 2012 deutlich öfter den richtigen Ton, das richtige Arrangement und die richtige Idee als noch auf ihrem Debüt, das deutlich stärker von Weidner beeinflusst schien. Zu locker laufen Songs wie "Teufel im Detail", "Geist gegen Sucht" oder "Hassliebe" von der Platte, als dass man dahinter eine Konstruktion erwarten dürfte. nein, hier geht alles angenehm entspannt ins Ohr, dazu ist die thematische Bandbreite so groß, dass es - man möge es nachsehen und die entsprechenden Stellen selbst identifizieren - textlich sogar zum einen oder anderen Totalausfall kommt. Nun gut, es verkompliziert die Sache eben, wenn man nicht zum Branchen-Bullshit-Bingo-Generator greift, der dieser Tage offensichtlich allerhand übliche Phrasen und Reime rund um völkischen Pathos, Saufen und Selbstgerechtigkeit ausspuckt. "Alles in Allem" ist also alles, nur kein "Deutschrock", denn der konstituiert sich derzeit mehr noch aus der Ästhetik, den Inhalten, der traurigen Entwicklung hin zum intellektuellen Vakuum, das von diffusen Machismo-Phantasien gefüllt wird. Dinge, von denen ESCHENBACH weit entfernt sind. ESCHENBACH spielen also deutschsprachigen Rock.
Wer Parallelen zum Werk des Produzenten (ob solo oder mit Familienanschluss) finden möchte, wird sie natürlich finden. Zu groß ist die Hitdichte auf "Alles in Allem", als dass man daran vorbei käme, die qualitative Nähe zum alles überstrahlenden Fixstern im Deutschrock-Universum zu übersehen. ESCHENBACH sind 2012 kein Projekt, kein nicht zuende gedachter Gedanke mehr, und schon gar kein Onkelz-Klon unter den vielen Reagenzglas-Produktionen, die derzeit um die natürliche Erbfolge streiten. Denn während die anderen noch um die Fortführung einer Blutlinie bemühen, die bereits Juni 2005 im Staub der Lausitz versickert ist, verlassen sich ESCHENBACH lieber auf sich selbst. Und das macht Spaß und ist so angenehm unverkrampft, dass sie ihr eigenes Original sind. Und das ist allemal besser als jede Kopie.
(Till Wilhelm)
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Frühling, alles erwacht aus dem Winterschlaf. Aber die Vorräte sind aufgebraucht und im Winter hatte doch niemand daran gedacht, dass die Gäste beim Angrillen auch gerne ein paar Flügel verliehen bekommen. Was tun? Alles abblasen und bis zum Sommer warten? Nein, denn wir schaffen Abhilfe und machen euren Kühlschrank voll mit den neuen farbenfrohen Red Bull Editions blau, rot und silber in den Geschmacksrichtungen Limette, Heidelbeere und Cranberry.
Zwar mit neuem Geschmack, aber mit den gewohnten Ingedienzien, die auch weiterhin Flügel verleihen und die Aufwachphase nach dem Winterschlaf deutlich verkürzen dürften. Die schmecken entweder als Mixbasis oder einfach so, wie sie sind. Und ihr seid garantiert die frühen Helden des Frühlings, wenn ihr eure Freunde damit überraschen und verwöhnen könnt. Was müsst ihr tun, um zu gewinnen? Alles, was wir brauchen, ist ein Beweisphoto deines leeren Kühlschranks und vor allem eine Erklärung, wie du die Drinks unters Volk bringen möchtest. Eine innovative Partyidee? Die Tabelle der Hobbyliga, in der sich deine Punkt- und Antriebslose Thekentruppe tummelt? Beachparty im Wohnzimmer? Oder einfach Kicker-Marathon im Hobbyraum?
Egal, wir warten auf eure Einsendungen bis zum 1. April an verlosung[at]blank-magazin.de und verlosen 3x3 Trays in den neuen Geschmacksrichtungen. Die buntesten und ausgefallensten Ideen gewinnen - ganz im Sinne der neuen Red Bull Editions in blau, rot und silber!

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Einige der besten Zeilen:
- Wer verlassen wurde, kann von einer Rückkehr träumen, davon, dass dem Verlassenden eines Tages ein Licht aufgeht und er zu unserem Kopfkissen zurückkehrt, selbst wenn wir wissen, dass er uns längst ersetzt, sich in eine andere Frau, eine andere Geschichte vertieft hat und sich nur an uns erinnert, wenn es mit der neuen nicht gut läuft oder wenn wir hartnäckig bleiben, gegen seinen Willen bei ihm auftauchen und versuchen, ihn zu beruhigen, zu erweichen, sein Mitleid zu erwecken oder Rache zu üben, wenn wir ihn spüren lassen, dass er uns niemals ganz loswerden wird, dass wir keine schrumpfende Erinnerung sein wollen, sondern ein unverrückbarer Schatten, der ihn immer umschleichen und belauern wird, und ihm das Leben zur Hölle machen, ihn am Ende dazu bringen, uns zu hassen.
- Beim Betroffenen hält die Wirkung viel länger an als die Geduld derer, die gewillt sind, ihm zuzuhören und beizustehen, schnell versickert sie Bereitschaft in der Eintönigkeit.
- Gern wünschen wir, dass niemand stirbt, nichts zu Ende geht von dem, was uns begleitet und liebe Angewohnheit ist, merken jedoch nicht, dass Angewohnheiten einzig dann unversehrt bleiben, wenn man sie uns mit einem Schlag nimmt, ohne dass sie abdriften oder sich entwickeln können, ohne dass sie uns verlassen oder wir sie.
- Man gewöhnt sich daran, in Erwartung einer Gelegenheit zu leben, die nicht kommt, quasi in aller Seelenruhe, in Sicherheit und teilnahmslos, quasi ohne zu glauben, dass sie je eintreten wird.
- Wie merkwürdig ist unsere Zeit, dachte ich. Über alles darf man reden, alle Welt hört man an, was sie auch getan haben mag, und nicht nur, um ihr Gelegenheit zur Verteidigung zu geben, sondern als wäre der Bericht ihr Gräuel an sich schon von Interesse.
Marias ist ein Meister der klassischen Struktur, der ganz großen Gefühle und vor allem der Leidenschaft. Entgegen anderer Rezensenten bin ich nicht der Meinung, dass dies "der beste Marias, den es je gab" ist, aber zumindest fast.
Roman Libbertz
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Ihr wart da. Casper war da. Und wir waren da. Gab es je einen Telekom Street Gig mit besseren Voraussetzungen? Selten, selten... Dem Künstler war´s ein „Inneres Blumenpflücken“
und wir fanden es auch grandios. Der Mann mit den neuen Standards eben. Wie fandet ihr es kürzlich in Stuttgart? Schaut ihm und euch einfach nochmal bei von unserer Fotografin
Svenja Eckert eingefangenen Augenblicken des Blumenpflückens zu!
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Einige der besten Zeilen:
- Hartmut Otto war im eigentlichen Sinne ein moralischer Mensch, auch wenn sein Anstand dem gerade vergangenen Jahrhundert erwachsen war und er wenig Verständnis aufbringen konnte für die nun anbrechende neue Zeit, deren Protagonist August Engelhardt war.
- Und stellte nicht der Hinduismus, dessen höchster Ausdruck der Vegetarismus, also die Liebe war, im Weltgefüge eine Kraft dar, dessen allumspannendes, lichtes Rauschen der einst jene Länder, denen das Christentum zwar Nächstenliebe geschenkt, darin aber nicht die Tiere einbezogen hatte, überstrahlen würde wie ein blendender Komet?
- Die Moderne war nämlich angebrochen, die Dichter schrieben plötzlich atomisierte Zeilen;
- Nagel überlegte ernsthaft, seinem Freund in die Kolonien nachzufolgen, dafür spräche, dass der jahrelang ertragene Spott, der täglich über ihm ausgegossen wird, ihm langsam das Gemüt zu zerdrücken droht, er zu zweifeln begonnen hat an der Richtigkeit seines Handelns und Engelhardt ihm mitsamt seiner Besessenheit wie ein Führer erscheint, der Kraft seines Leuchtens ihn, Nagel, aus der düsteren Wüstenei Deutschlands in ein lichtes, sittliches, reines Land zu leiten verstünde, nicht nur metaphorisch, sondern in realitas –
- Ein paar Haltestellen weiter, am Alexanderplatz, lehnt ein durchnässter Berliner an einer Hauswand und isst, mesmerisiert kauend, eine jener labberigen Bratwürste.
- (denn es zerfleischt sich bekanntlich niemand so ausführlich wie Menschen, deren Ideen sich ähnlich sind)
- Das Feuer ist sein Metier; es ist nicht allein ein Kampf gegen den Orkan, den November dort im Maschinenraum führt, sondern ein beinahe urzeitliches Ringen gegen die Natur an sich, es ist die archaische Auflehnung eines Demiurgen, der, dem Elementar-Chaos trotzend, die eiserne Schaufel einhunderttausendmal wider die Impertinenz der Weltenunordnung erhebt.
Kracht ist ein Sprachvirtuose und man bettet sich wunderbar in dieser urkomischen, irrwitzigen Geschichte. Mir fehlt die Kenntnis des Gesamtwerkes um es als sein bestes Buch zu titulieren, aber eins ist es mit Sicherheit: sein Tollstes.
256 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 18,99 Euro.
Roman Libbertz
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Gewinner der 1Live-Krone, Ritterschlag der britischen Musikbibel NME, Gold fürs aktuelle Album in Reichweite, Coverboy der großen Musikmagazine und gleichzeitig Liebling der
Feuilletons: Benjamin Griffey alias Casper ist – man muss es so sagen – der Mann der Stunde im Bereich deutschsprachigen Sprechgesangs. Und die Aufregung besteht ganz zurecht,
denn der 29-Jährige versteht es aktuell wie kein Zweiter, die ganz großen Emotionen in Songs zu meißeln und diese mit einer unbändig geschmeidigen Kraft in die Welt zu tragen.
Das ist so schön heftig, dass dieser junge Mann auch in den nächsten Jahren Standards definieren wird. Ab Ende Februar ist Casper wieder auf Tour, die ersten Gigs sind schon
lange ausverkauft.
Wer den Ausnahmekünstler aka den Senkrechtstarter des Jahres 2011 noch vor dem offiziellen Beginn seiner Deutschlandtour live sehen und hören möchte, hat jetzt die Chance dazu. Denn der Bielefelder spielt am 28.02. im Freizeitpark Sensapolis bei Stuttgart einen exklusiven Gig vor märchenhafter Kulisse. Schnell oder reich sein nutzt allerdings nichts, denn die Show findet im Rahmen der Telekom Street Gigs statt und Tickets für diese Events gibt es bekanntlich nur zu gewinnen.
Entweder versucht ihr bis zum 21.02. euer Glück unter www.telekom-streetgigs.de oder ihr erhöht eure Chancen und sendet uns bis zum selben Datum eine Mail an verlosung[at]blank-magazin.de, denn wir haben auch zwei Tickets, die wir unters Volk bringen.
Der Clou: In Zusammenarbeit mit der Telekom gibt's bei uns für den glücklichen Gewinner noch ein nagelneues HTC Sensation XE mit Beats Audio für die audiovisuelle Vollbedienung oben drauf. Damit hast du nicht nur vor und nach der Show was auf den Ohren, sondern kannst gleich das Konzert mit der 8-Megapixel-Farbkamera in HD-Qualität mitschneiden. Und wenn du dich auf dem Weg gen backstage verlaufen hast, führt der treue Begleiter dank weltweiter kostenloser GPS-Navigation (kein Roaming, keine Wartezeit) wieder auf den rechten Weg zurück. Auf jetzt also. Auf und davon!

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Fotografie & Text: Johannes Finke
Von einem Punkt aus stehend den Verkehr betrachten. Das Treiben. Das Miteinander. Im Spiel. Beim Sport. In der Liebe. Beim gemeinsam Tragen einer Leiche zur Verbrennung.
Beim Weg von A nach B und von B nach A. Wie schön einfach. Ein Leben am Strand. Im Sand. Anders. Saisonal. Bis zum Monsun. Durch muss ich nicht. Ich bin Gast. Teilzeit.
Die Fashion Week ist weit weg. Die Bravo Bar ist weit weg. Digitale Chronik ersetzt das Teilhaben nicht. Muss es nicht. Ich habe mir den indischen Ozean immer so vorgestellt.
Grün. Zumindest grünlich. Demnächst reifen sich die Kokosnüsse in Richtung Einschlag. Es wird von Tag zu Tag wärmer. Noch wärmer. Nachts tippe ich zum Rhythmus der
auflaufenden Wellen. Jede siebte ist groß. Manchmal sieht man am Horizont ein Licht blinken. Mal ist es rot. Mal grün. Am Tage ist der Blick endlos.
Dann kommt der Jemen. Ein Regenschirm. Eine Burka. Eine Gitarre. Ich verharre an einem Punkt und zoome.
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Starr skizziert Brooklyn als tristes Loch der Ausweglosigkeit, dem man nur entrinnen kann, wenn man rappt, mit Drogen dealt oder es als Profisportler in einer der großen Ligen schafft. Was dann folgt sind Geld, Frauen, teure Autos, Privilegien, Designerklamotten und Ruhm.
Starrs Protagonisten verkörpern diesen Traum, doch während der eine zum gefeierten Baseballstar avanciert, kämpft sich sein ehemaliger und weitaus talentierterer Little-League-Weggefährte und Jugendfreund als Anstreicher durch den harten Brooklyner Alltag. Seine Eifersucht bringt den Stein ins Rollen, der eine Geschichte anstößt, die von Armani über Glock und Crack und Crips bis Nas und Eminem, kein Klischee auslässt und in deren Mittelpunkt, what else, eine Frau steht, als Spielball und Mittel zum Zweck, aber auch Verkörperung des 'kleinen Glückes'.
„Brooklyn Brothers“ spielt nicht mit Vorurteilen und Klischee, leider, dieser Roman bedient sie und wenn man 'Jason Starr' googelt (das Buch wartet ohne Autorenportrait auf) und feststellt, dass er nicht schwarz ist, überkommt einen das unweigerliche Gefühl, dass hier jemand Rache nimmt, an Brooklyn, an den Brothers. Und das, auch wenn dieser Roman unterhält und in seiner Einfachheit überzeugt, muss man nicht gut finden. Es gibt mehr zu erzählen als das. Wer das Buch als temporeiches Eifersuchtsdrama mit jeder Menge Mord und Drogen liest und sich gerne in zerrüttete Biografien einliest, wird mit „Brooklyn Brothers“ ein paar vergnügsame Stunden erleben.
Elmar Bracht
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Man kennt das aus der eigenen musikalischen Sozialisation: Man lernt einen Song kennen, verliebt sich in ihn, schwört ihm ewige Treue und nach einer intensiven, aber in der
Regel doch alles andere als ewigen Phase der gegenseitigen Wertschätzung, wird er nach und nach immer öfter im Shuffle-Mode übersprungen bis er irgendwann den Weg allen
Irdischen geht und in der Versenkung verschwindet. Mein Song für die Ewigkeit heißt „Fields Of Athenry“, die Band Dropkick Murphys und unsere gemeinsame Phase der Wertschätzung
nähert sich inzwischen trotz aller gegenteiligen Erfahrungen dem „Ewigkeits“-Status.
Magisch... Überhaupt sind die Murphys um ihre Doppelspitze aus Sänger Ken Casey und Basser Al Barr mit einigen Stücken vertreten, die mal das eherne „irgendwann nervt alles“-Gesetz brechen können. Live ist die Folkpunk-Institution aus Boston sowieso legende, denn wenn der grundehrliche Arbeiterklassenethos, der sich als roter Faden durch die Bandgeschichte zieht, von mächtigen Dudelsackkaskaden in eine pogohungrige und feierwütige Menschenmenge gefeuert wird, spritzen Schweiß und Funken. Dass die US-Iren für ihr aktuelles Album „Going Out In Style“ nicht nur Platz 19 der deutschen Charts erobern, sondern sogar den „Boss“ persönlich zu einem Stelldichein bewegen konnten, zeigt sowohl den kommerziellen, als auch den künstlerisch-ideologischen Standard, den die Band inzwischen hat.
Anfang 2012 beehren die Murphys nun endlich mal wieder heimische Gefilde und spielen immerhin 5 Shows auf deutschem Boden. Wer einem anständigen, Guinness-geschwängerten Pogo nicht abgeneigt ist, wer die Revolutionsromantik liebt, die das traditionelle Liedgut der irischen Einwanderer transportiert oder schlicht und einfach einer verdammt hart arbeitenden Klasseband anschauen möchte, sollte einer dieser leider viel zu seltenen Gelegenheiten dringend wahrnehmen.
27.01.2012 - Hannover - AWD Hall
29.01.2012 - Berlin - Columbia Halle
30.01.2012 - Leipzig - Haus Auensee
01.02.2012 - Ludwigsburg - Arena
06.02.2012 - Düsseldorf - Mitsubishi Electric Halle
Tickets für die Shows gibt es u.a. auf www.eventim.de oder an allen CTS-Vorverkaufsstellen.
Till Erdenberger

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Alle beliebten Features der Mario Kart-Serie sind vorhanden: klassische Strecken, Cup-Modi und Wettkämpfe, die bekannten Charaktere wie Mario, Yoshi, Bowser oder Todd können gewählt oder der eigene Mii-Charakter ins Cockpit gesetzt werden. Das Spiel bietet einen spannenden Mix aus klassischen Elementen, die Mario Kart seit 15 Jahren so erfolgreich machen, und neuen Features, die das Spiel immer wieder neu und abwechslungsreich erscheinen lassen. Wer sich zum ersten Mal ins Mario Kart traut, den erwartet eine Rennwelt mit vielen verschiedenen Strecken und Herausforderungen.
Bunte Optik, viele Details
Wie üblich bei der Mario-Serie erscheint das Spiel in bunter Optik, so verspielt und fantasiereich, dass sie für das Kind im Manne auch in der 7. Generation noch was fürs Auge bietet. Und dennoch gilt: Form follows function, denn hier stehen nicht die Bildwelten, sondern der Spielspaß im Vordergrund. Der ist aufgrund der vielen liebevoll gestalteten Details absolut vorhanden. Das Spiel läuft zudem ohne größere Ladezeiten und ohne Aussetzer. Wer online zockt, sollte jedoch über eine gute Internetverbindung verfügen.
Denn bei „Mario Kart 7“ können Spieler die Vorteile der Internetverbindung nutzen. Sie können in Online-Rennen gegen bis zu 11 Spieler aus der ganzen Welt oder gegen Ihre Freunde antreten. Außerdem können sie Räume für Ihre Freunde einrichten und sich über Text-Chat unterhalten, während sie auf andere Rennfahrer warten.
Wer nicht online spielen will, fordert Computergegner heraus. Die Fähigkeiten der Gegner lassen sich dabei so einstellen, dass Anfänger keinesfalls frustriert werden. Je erfahrener der Kartfahrer wird, je stärker kann er seine Gegner dann werden lassen.
Neue Fahrzeuge, andere Steuerung
Erstmals können Wohnzimmer-Rennfahrer auch auf zwei Rädern durch die verschiedenen Welten von Mario Kart rasen. Die Bikes sind noch wendiger als die Karts und geben einen Geschwindigkeits-Schub, sobald der Fahrer nur auf dem Hinterrad Gas gibt. Im Kopf-an-Kopf-Rennen ein Vorteil. Allerdings können die Bikes auch leichter weggerammt werden als das klassische vierrädrige Kart.
Das Fazit
Egal ob erfahrener Spieler oder Anfänger, egal ob jung oder alt: Der Rennspaß kann mit Mario Kart sofort loslegen. Nintendo 3DS-Besitzer, die das Spiel noch nicht haben, freuen sich garantiert, wenn es unter dem Weihnachtsbaum liegt.
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BLANK Weihnachts-Shooting
Photographie: Matthias David | Model: Nadiya "Noko" Gönenli | Haare & Make up:Susanne Minckert | Location: Nhow Hotel Berlin
Weihnachten werden wir besinnlich und ziehen an bzw. aus. Wenn es draussen fröstelt, machen wir es uns warm ums Herz.

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Für diesen Text von Blank-Autor Stefan Kalbers sollte man sich Zeit nehmen, denn hier geht es um Besinnlichkeit. Im wahren Sinne des Wortes.
Und wann stehen für einen Reality-Check die Sterne günstiger als im Advent, am Ende eines Jahres, wenn man sich selbst mit der bitteren Wahrheit, dem Großen und Ganzen,
wenn man sich selbst mit dem eigenen Anspruch konfrontiert. Im März erscheint Kalbers neues Buch „Flecken“ im Unsichtbar Verlag.
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Wenn sich jemand in den vergangenen Jahren diametral zur Stimmung an den Weltmärkten entwickelt hat, dann ist es der Erfurter Clueso. Denn der ist jüngst – mit großer
Kontinuität als gesunder Basis – endlich durch die Decke gegangen. Gold- und Platinauszeichnungen hängen inzwischen als stabile Wertanlagen an der Wand des Liedermachers und
Altmeister Udo Lindenberg hat sich den jungen Mann bekanntlich als Duettpartner gesichert.
Gerade ist Clueso von einer Tour zurück gekehrt, die ihn rund ein halbes Jahr durch Deutschland geführt und für ausverkaufte Hallen allerorten gesorgt hat. Und irgendwie war das ja auch ein bisschen voraus zu sehen, denn der Künstler – bürgerlich Thomas Hübner – ist einfach schon immer smarter, talentierter, netter und wohl auch fokussierter auf sein Tun, als viele andere. 15-jährig 1996 als MC beim "Erfurt Projekt 1996" gestartet, entwickelt er sich nämlich allmählich vom Sprechgesang weg und ist spätestens seit seinem 2008er-Album "So sehr dabei" dem Geheimtipp-Status entwachsen. Inzwischen ist der Thüringer so etwas wie nationales Kulturgut geworden, ist er doch ein Künstler, auf den sich irgendwie alle einigen können. Zu elegant ist seine Lyrik, zu unangreifbar sein Wesen und vor allen Dingen zu stark seine Kunst. Jetzt lädt der Gefeierte zum Jahresausklang die Fans zu sich nach hause ein – dorthin, wo alles begann.
Den Nikolaustag dieses überaus erfolgreichen Jahres begeht der Erfurter wie es sich gehört bei sich zuhause – und lädt bei dieser Gelegenheit gleich zur ganz großen Sause. Denn am 6.12. findet in seiner Erfurter Kreativzentrale, dem Zughafen, die nächste Auflage der Telekom Streetgigs statt. Der Zughafen ist nicht einfach eine Konzertlocation, sondern vielmehr das "zu Hause" des Künstlers, sein kreatives Wohnzimmer, wo er nicht nur seine eigene Musik schafft, sondern auch andere talentierte Musiker fördert. Nur an diesem speziellen Abend wird Clueso die Pforten auch für eine kleine Anzahl seiner Fans öffnen und eines seiner selten gewordenen ganz intimen Konzerte spielen. Denn während zuletzt 9.000 in Oberhausen auf ihn warteten, wird es diesmal deutlich kleiner und damit trotz eines halben Jahres voller Liveshows wohl der außergewöhnlichste Konzertabend des Jahres für den so gefeierten Clueso.
Ihr müsst euch nicht grämen, dass ihr offensichtlich den Vorverkauf verschwitzt habt: Tickets gab es wie immer bei den Telekom Streetgigs nur zu gewinnen (um künftig keine Chancen mehr zu verpassen: bookmarkt euch www.telekom-streetgigs.de)! Wir haben aber hier noch mehr als ein Trostpflaster für die Telekom(munikations)- und Musikfreunde unter den BLANK-Lesern. Denn man hat uns ein – Achtung, sperriger Begriff – „Mobile Music Pac – Street Gigs Edition IV“ zur Verlosung übergeben. Und das Dranbleiben trotz der Bandwurm-Produktnamens hat sich gelohnt, denn dahinter verbirgt sich ein Nokia 500 (inklusive 3 Wechselcovern, Digitalkamera mit 5 Megapixeln und Videos in HD-Qualität und kostenloser, weltweiter GPS-Navigation). Dazu gibt es die „Street Gigs – Best Of“ DVD Vol. IV mit allen Highlights der Street Gigs. Wow... Und zu allem Überfluss gibt es noch 5 Songs gratis obendrauf. Zur Überwindung der Clueso-Trauer vielleicht? Schick uns bis zum 10.12. eine Mail mit dem Betreff „Ich wollte zu Clueso“ an verlosung[at]blank-magazin.de und du könntest der Glückliche sein!

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Vergessen der Moment, in dem man zur Konfirmation sein erstes Hemd geschenkt bekam, das bestenfalls nur drei Nummern zu groß war, denn es sollte ja eine Zeitlang halten.
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Vielleicht daher die zwischenzeitliche pubertäre Ablehnung eines Kleidungsstückes, das sowohl Punks als auch Banker schmücken kann. Wir verlosen 5 Hemden der deutschen Marke SIGNUM, deren Tradition bis in die goldenen Zwanziger zurückreicht. War man einst bekannt für das 'Wirtschaftswunderhemd' und als Hemdenlieferant für die Hippiegeneration, so produziert SIGNUM heute individuelle, zeitlose und doch zeitgeistige Hemden, die egal ob unter dem Jackett oder einfach lässig ohne getragen, stets der perfekte Begleiter zu jeder Gelegenheit ist. Der smarte Mix aus Casual und edler Klassik, die dezenten Farben und die vielen liebevollen Details machen die aktuelle SIGNUM Hemdenkollektion HW 2011/12 zu einem echten Hingucker.
Mehr Infos unter: www.signum-fashion.de

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„Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.“ (Johannes Brahms)
Weil just in den letzten Wochen so besonders viel im Brahms´schen Sinne gelungener Kram meinen Weg gekreuzt hat, will ich euch gerne mal
ein paar der Platten vorstellen. Ein paar sind aktuell, ein paar haben mit einem kleinen Umweg den Weg wieder zu mir zurück gefunden. Aber alle haben das gewisse Etwas,
das mir jetzt schon sagt, dass sie ordentlich abgehangen sind und den Test der Zeit bestehen werden oder es schon getan haben. Zugegeben, ein Innovationspreis wird sich mit
dieser Zusammenstellung wohl nicht gewinnen lassen. Aber ich traue allen Vertretern dieses Ensembles zu, dass sie auch für den einen oder anderen von euch zu einem treuen
Begleiter werden können. Los geht's...
Chuck Ragan ist in den letzten Jahren zu so etwas wie dem "großen, alten Mann" einer jungen US-amerikanischen Folkbewegung geworden. Auf inzwischen vier Alben arbeitet sich der Mann mit dem unglaublich physischen Gesangsstil nun schon an den Ideen, Standards, Geschichten und Emotionen einer lange – zumindest für europäische Ohren – verschüttet geglaubten musikalischen Tradition ab.
Ragan, der sich als Sänger der Indiepunk-Heroen Hot Water Music (deren Relevanz sich mir allerdings nie erschloss) Ikonenstatus erarbeitet hat, hat auf "Feast Or Famine" (von 2005) zwölf Nummern versammelt, die allesamt eines verbindet: Der Kopf dahinter hat etwas zu erzählen und lässt sich davon verdammt nochmal nicht abbringen. Allein "American Burritos", "The Boat" oder "For Broken Ears" versammeln – vorgetragen von Hardest Working Man in Showbusiness zusammen mit zumeist nicht mehr als Kontrabassisten und Violinisten – mehr Emotionen und Vitalität als andere Bands in ihr komplettes Oeuvre zu packen imstande sind. Auch die beiden nachfolgenden Scheiben sollten dringend mal angetestet werden, an die Eindringlichkeit dieser Vorstellung kommen sie allerdings nicht ganz ran. Ausgelöst wurde der Chuck Ragan-Revivalimpuls übrigens durch die gerade zuende gegangene "Revival Tour", für die der Sänger Kollegen im Zeichen des Folk versammelt hat, die allesamt ebenfalls dieser Tage erstklassige und überaus empfehlenswerte Soloalben an den Start gebracht haben. (Dave Hause – Resolutions, Brian Fallon als "The Horrible Crows" – Elsie und Dan Andriano – Hurricane Season).
www.chuckragan.com.Nun gut, wenig kontrovers und man muss aufpassen, dass man sich nicht dem Vorwurf aussetzt, hier auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Dennoch: Ich verlasse das sichere Nest des Liebhabertums und stelle diese Platte in den gebührenden (Klang-)Farben vor. Denn den Broilers gelingt mit "Santa Muerte" endgültig das, was sich schon auf dem Vorgänger "Vanitas" angedeutet hatte: Die erfolgreiche Kombination einer betonschweren, teerfarbenen Bodenständigkeit, exotisch- progressiv-frech daher kommender Instrumentaleinsätze und einer textlichen Ambitioniertheit, die mal mit mit kunstvoller Einfachheit komplexen Alltag beschreibt und dann auch wieder andersrum daher kommt. Dieses Werk ist nichts für musikalische und gesellschaftspolitische Analphabeten, sondern für eine intellektuell ambitionierte, am politischen und sozialen Diskurs interessierte Zuhörerschaft. Aber wisst ihr was? Schluss mit dem Geschwurbel. Denn "Santa Muerte" ist eine Platte, die von vorne bis hinten mit ganz wenigen Ausnahmen viel Spaß macht. Und auch wenn sie manchmal etwas verkopft daher kommen mag, so ist dieser Gedanke nie Selbstzweck, sondern zwingt den Zuhörer, sich nicht nur mit der Form, sondern auch dem Inhalt der Songs auseinander zu setzen. Denn zwischen Bläsersätzen, die hier so geschmackvoll arrangiert und effektiv wie noch nie zuvor in der Broilers-Laufbahn, lauert hinter jeder Ecke Botschaft und Aufforderung zu irgendwas. Vorsicht, diese Platte ist durch und durch politisch – und zwar, weil alles politisch. Außer vielleicht der schieren musikalischen Freude und Fülle an auditiven Gedanken, die auf "Santa Muerte" verarbeitet sind. Anspieltipps: "Weckt die Toten", "In ein paar Jahren", "The World Is Yours (Nicht)", "Tanzt du noch einmal mit mir".
www.broilers.de.Mit dieser und der nächsten Scheibe wird es ein bisschen exotischer und ich wette, mindestens eine der beiden Bands wird bei euch nur Fragezeichen produzieren. Und weil das so schade ist, will ich euch beide vorstellen. Los geht es mit den Kordz und die räumen in Sachen Exotenbonus voll ab, auch wenn sie den eigentlich weder wollen noch brauchen. Die Band um Sänger und Mastermind Moe Hamzeh kommt aus dem Libanon und wenn sich das große Raunen unter den Rockfreunden gelegt hat, bleibt in der Regel eine große Neugier zurück. So war es auch bei mir, als ich meine Finger an diese Platte bekommen habe. Und man bekommt eigentlich genau das, was man erwartet – zumindest musikalisch: Eine Band, die handwerklich über alle Zweifel erhaben agiert und darüber hinaus selbstbewusst und mit großer Finesse immer wieder völlig klischeebefreit und gut dosiert das kulturelle Erbe ihrer Heimat zitiert. Ansonsten ist "Beauty And The East" eine Platte, deren Titel das selbstironischste Element ist. Denn inhaltlich wird hier durchaus schwere Kost geboten, auch wenn es wider Erwarten eher unpolitisch zugeht. Dass Sänger und Texter Moe kein luftiger Springinsfeld ist, trieft aus jeder Zeile der Texte, die sich häufig mit den ganz großen Fragen ("The End") beschäftigen. The Kordz liefern hier ein lebendig-melancholisches Album ab, das gerade für mitteleuropäische Ohren unheimlich viel unheimlich unaufdringlich zu Entdecken bereit hält. Und am Ende des Tages vor allem eines ist: Ein verdammt gutes Stück Rockmusik!
www.thekordz.com.Meine dänische Zweitlieblingsband – noch deutlich vor Volbeat – hört auf den Namen Carpark North und ist vielleicht dem einen oder anderen hier schon ein Begriff. Das Trio spielt elektronisch beeinflussten, stets etwas poppigen Rock und ist gerade in der Heimat schon weit mehr als ein Geheimtipp – bei uns lassen sich die Herren jedoch eher selten blicken und auch ihr Album "Lost" ist, zumindest so weit ich das mitbekommen habe, ziemlich unter Wert gelaufen. Dabei ist "Lost" so etwas wie eine Art Best Of der frühen Jahre, denn hier sind nicht nur feine Ohrenschmeichler wie das saustarke "More" und das beinahe an Kraftwerk gemahnende "Shall We Be Grateful" versammelt, sondern auch mit "The Beasts", "Transparent And Glasslike" und "Human" die drei stärksten Hits ihres Dänemark-Debüts "All Things To All People", das hierzulande nicht erschienen ist und nur per Import zu kriegen war. Und möglicherweise liegt genau hier die Krux (und der Grund, warum oben zwei Alben stehen): Denn die drei letztgenannten Nummern wurden für das deutlich für eine kommerziellere Zielgruppe produzierte "Lost" auf Linie gebracht und so ihrer Ecken und Kanten beraubt. Nicht falsch verstehen, starke Songs bleiben starke Songs. Aber wenn man die Originale und ihre sperrige Intensität kennt, dann fehlt hier deutlich was. Deshalb empfehle ich – wenn die Chance besteht – doch den Griff zum "Original". Denn hier kracht, knallt und fließt es noch einen ganzen Zacken energischer als auf "Lost". Zieht euch mal auf Youtube "The Beasts" und "Transparent And Glasslike" in den Liveversionen rein und es werden wohl keine Fragen offen bleiben.
www.carparknorth.dk.Till Erdenberger

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Als im November 1991 ihr Album „Riskin´ It All“ auf den Markt kommt, stehen D-A-D auf dem Zenit ihrer Popularität und unmittelbar vor dem weltweiten Durchbruch.
Der Branchenriese Warner hatte den Dänen den bis dato bestdotierten Vertrag vorgelegt, den je eine Band dieser Größe unterschrieben hatte.
Die Fachpresse wählte das Album auch folgerichtig auf Platz 1 ihrer Soundchecks.
Heute, beinahe auf den Tag genau 20 Jahre nach „Riskin´ It All“ und zahlreiche kreative Höhen und manche geschäftliche Tiefen später, stehen die Dänen wieder auf dem Treppchen der Fachmagazine. Und zwar mit einem brandneuen Album, das wohl so etwas wie die perfekte Symbiose aus dem vielbeschworenen und von Fans wohl beinahe aller Künstler immer wieder gewünschten „Old School“-Faktors und dem bandtypischen Willen zur stetigen Selbsterneuerung geworden ist. DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK heißt die Platte und erntet bei denen, die sie schon vor dem offiziellen Release am 11.11. hören durften Begeisterung. GUITAR spricht von einem „Sack voller Topliga-Hooks, die allesamt auf diesem Niveau keine andere Band in Europa schreiben kann“, das ROCKS sagt, dass „D-A-D lange nicht stärker und besser gerockt hätten“ und das RockHard sieht in den zwölf Stücken „einen echten Befreiungsschlag, sprich die Rückkehr zu früheren Großtaten“. Puh... Da kann und will man nicht widersprechen. Sänger Jesper Binzer beschreibt diese „Rückkehr“ bildreich: „Auf DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK haben wir alle Häutchen von der Zwiebel gezogen und den Kern freigelegt. Wir waren während wir die Songs geschrieben haben ständig auf Tour. Vielleicht hat uns das den Glauben an und die Lust auf einfachen, aber geschmackvollen Rock´n´Roll zurück gegeben hat.“
Entstanden ist das Album zwischen November 2010 und Oktober 2011 in mehreren Sessions in Frankfurt (im studio23) und in Kopenhagen, der Heimatstadt der Band. „Leider beeinflusst das Reisen unseren Blick auf uns und unsere Arbeit nicht mehr. Es hat uns aber sehr geholfen, uns in Frankfurt, in einer neuen Umgebung also, völlig auf die Songs und die Arbeit konzentrieren zu können, ganz ohne mit dem Alltag daheim konfrontiert zu sein. Außerdem ist das Essen in Frankfurt viel besser“, erklärt der Frontmann schmunzeln zum „Warum Frankfurt?“. Und während man an letzterem grundsätzlich Zweifel anmelden darf, kann man die erste Aussage bedenkenlos stehen lassen. Denn die neuen Songs klingen gleichermaßen durchdacht wie gut abgehangen. „I Want What She´s Got“, „Breaking Them Heart By Heart“ und „Fast On Wheels“ gehen direkt beim ersten Hören ins Ohr, „We All Fall Down“ ist mit seinem wunderschönen Outro eine neue Referenz für die leidenschaftliche Gitarrenballade und die restlichen Nummern reihen sich unter dem Label „Das Beste aus allen Welten“ in diesen Reigen ein. Und weil es immer so blöd ist, das eigene Produkt abzufeiern, lassen wir hier einfach nochmal die Kollegen von der Fachpresse ran: „ Auf „The Last Time In Neverland“ haben die konservativsten Anhänger der Dänen zwei Dekaden warten müssen: Schubkraft, Riff und Lässigkeit waren lange nicht mehr so fest im Hardrock verankert.“ Und wenn die das sagen, können wir uns ja eigentlich entspannt zurück lehnen und die Musik das Gespräch führen lassen.
Wie fokussiert und überzeugt die Musiker von ihrem Material schon seit einem frühen Zeitpunkt waren, zeigt die Tatsache, dass man sich früh auf eine kleine Anzahl an Stücken
entschieden hat, die dann sukzessive weiter ausgearbeitet wurden. Eigentlich eine untypische Arbeitsweise, wählte man für den Vorgänger „Monster Philosophy“ noch aus rund 40 verschiedenen Songs aus.
Heraus gekommen ist nun im November 2011 schließlich ein Album, das Gitarrist Jacob Binzer dazu verleitet, ihm das Prädikat „unser wahrscheinlich bestes seit langem“ verleiht. Leider eine (zu) oft gehörte Phrase, im Falle der stets selbstkritischen D-A-D aber ein ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass das Album zumindest in der Bandhistorie schon jetzt tatsächlich einen Ehrenplatz einnimmt. Nochmal Jesper Binzer: „Wir haben uns für DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK sehr früh auf etwa 14 Ideen festgelegt und an diesen Songs immer und immer wieder sehr hart gearbeitet. Und ich denke, dass diese Art, Dinge immer wieder neu anzugehen, ein guter Weg ist, lebendig und kreativ zu bleiben.“ Nach 20 Jahren immernoch den Geschmack von Fans und Fachpresse zu treffen, ohne sich dabei ständig selbst zu zitieren, spricht für diese These. „DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK“ ist eine Belohnung für alle Rockfans, für alle Freunde von tonnenschweren aber stets lebendigen Riffs und ... eigentlich doch alle, die sich und ihren Ohren selbst was Gutes tun möchten. Und das sagen noch nicht mal wir...
Das Album ist bereits online vorbestellbar (z.B. bei EMP im Paket mit einem exklusiven T-Shirt oder bei Amazon mit einem signierten Miniposter) oder ab dem 11.11. beim Händler eures Vertrauens erhältlich.
D-A-D – DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK
Releasetermin: 11.11.2011
Im Februar könnt ihr euch von den legendären Livequalitäten der Dänen überzeugen. Denn dann sind sie ausgiebig in Deutschland unterwegs und ihr könnt sie euch hier anschauen:
ICS Festival Service GmbH presents: Fast On Wheels 2012
05/02/2012 – Frankfurt, Batschkapp
06/02/2012 – Nürnberg, Hirsch
07/02/2012 – Stuttgart, Roehre
08/02/2012 – Berlin, Postbahnhof
09/02/2012 – Osnabrück, Lagerhalle
10/02/2012 – Hannover, Musikzentrum
11/02/2012 – Bochum, Zeche
12/02/2012 – Köln, Luxor
16/02/2012 – München, Backstage
17/02/2012 – Schweinfurt, Stattbahnhof
27/02/2012 – Saarbrücken, Garage
03/03/2012 – Hamburg, Markthalle
Tickets gibt es für rund 22 Euro auf www.metaltix.com oder unter 04627 – 18 38 38.
Till Wilhelm

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Casper hat eine Geschichte zu erzählen. Seine eigene. Die hat auch mit dem Sprechgesang-Mutterland USA zu tun, in dem er aufwuchs. Doch Glaubwürdigkeit soll hier kein Thema
sein. Sein eher schüchterner Look kollidiert auf schöne Art und Weise mit dem aufrüherischen Element seiner Texte, seiner schmutzigen Stimme und den Videos, wie z.B. in dem
Song "Der Druck steigt", eine schön geschnittene und doch provinzielle Widerstandsposse, die u.a. dafür sorgte, dass sein Album „XOXO“ als quasi Chartbreaker zu bezeichnen ist.
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BLANK-Fotografin Svenja Eckert hat Casper diesen Sommer fotografiert. In der Provinz. Beim Mini-Rock-Festival im schwäbischen Horb. Vielleicht genau der richtige Ort, ruhig und besinnlich und doch euphorisch und aufgeheizt. Doch casper funktioniert auch abseits urbaner Befindlichkeiten. Gut so. Nur das Wort 'funktioniert' gefällt mir in dem Zusammenhang nicht so. Aber das ist wahrscheinlich mehr mein Problem al seines.
Elmar Bracht
Video zu „Der Druck steigt“:

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Leseprobe:
„Indische Busse sind Zeitbomben auf Rädern. In Deutschland wären diese Busse vor Jahrzehnten schon von Mitarbeitern des TÜV aus dem Straßenverkehr entfernt worden, aber nicht hier. Alles, was halbwegs rollte, wurde verzweifelt am Leben erhalten. Die Busfahrer standen dabei ihrem fahrbaren Untersatz in nichts nach. Sie alle waren durchweg selbstmordgefährdete Irre mit absolutem Hang zur Raserei und ohne Verantwortungsgefühl für nichts und niemanden. Auf ihrem Weg in die Verdammnis überholten sie ohne Rücksicht auf Verluste reihenweise die etwas langsameren Verkehrsteilnehmer. Dabei bedienten sie sich eher der Hupe als des Lenkrades. Ich fragte mich, ob die Hupen permanent Töne von sich gaben und man erst, um sie zu stoppen auf den Knopf drücken musste. Unser Busfahrer hinterließ ein endloses akustisches Diiiiiiieeeeeep in der Landschaft. Die marode Fahrbahn erinnerte mit ihren vielen Schlaglöchern an Emmentaler Käse. Oft ging der brüchige Asphalt unsanft in Lehm über, dann wieder eine ungesicherte Baustelle mittig auf der Straße. Doch die Busfahrer ließen sich davon nicht beirren, die Geschwindigkeit wurde keinesfalls gedrosselt, sie setzten zum Überholvorgang an, obwohl ein riesiger LKW auf der Gegenfahrbahn mit ohrenbetäubender Hupe und wildem Auf- und Abblenden des Lichts erschreckend schnell entgegen brauste. Aber ein Abbruch des Manövers war nicht üblich, die hinduistischen Götter würden uns schon helfen, und wenn nicht, dann gingen wir eben alle drauf und unsere Leichen würden auf einem Scheiterhaufen verbrannt und die Asche dem Ganges übergeben.
Zwei Hupen im Wettstreit, eine brüllte wütender als die andere, dann verschmolzen die Töne zu einem Soundtrack der Zerstörung. Ich hörte schon das üble Geräusch von zwei frontal aufeinander prellende Karosserien, von splitterndem Glas, brechenden Knochen und dem finalen Gurgeln der Lunge, aber im allerletzten Augenblick zog der Busfahrer auf die linke Fahrbahnseite und der LKW sauste nur Millimeter an uns vorbei.
Das war normaler Straßenverkehr. Keinen Passagier schien dieser waghalsige Überholvorgang aus der Reserve zu locken.
Nach weiteren todesmutigen Fahrten auf der falschen Straßenseite erreichten wir unversehrt Rishikesh. Ich hätte es nicht für möglich gehalten.“
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Telekom Playgrounds, das ist seit nunmehr fünf Jahren die perfekte Idee von „X-Games meets Rock Am Ring“ im kleineren, eintägigen Format in wechselnden Locations.
Die große Konstante? Spektakuläre Showacts, noch spektakulärerer Sport.
Am 20.11. treffen sich im Berliner Velodrom nun einige der besten Skater und BMX-Rider der Welt zum großen Abschluss des Telekom Playgrounds Jubiläumsjahre. Und um die Sache rund zu machen, wird die Riege der Spitzenathleten traditionell durch die hochkarätigen Musikacts von internationalem Format ergänzt: Incubus werden da sein, Alcaline Trio und weitere werden dafür sorgen, dass die Fans, die sich eben noch durch die spektakulären Darbietungen von den Sitzen reißen ließen, gar nicht mehr dazu kommen, wieder Platz zu nehmen. Wir wollen gerne zwei von euch jeweils mit Begleitung zu diesem Event schicken, um Zeugen dieser feinen Symbiose aus Sport und Show zu werden. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Zebrahead Package (ltd. Von Bernd Muss designtes Girlie Gr. s/M- insg. gab es nur 66 Shirts plus 1 Zabrahead CD 2x die aktuelle Incubus CD.
Schreibt einfach bis zum 15.11. eine Mail mit dem Betreff "Telekom Playgrounds" an verlosung[at]blank-magazin.de und ihr seid vielleicht dabei. Wer sich sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, kriegt Tickets und weitere Informationen unter www.telekom-playgrounds.de

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Entsprechend düster und dramatisch fällt die Bestandsaufnahme aus, nachdem Er seinen ersten Tag im Büro hinter sich gebracht hat. Meeting jagt Meeting und zu guter Letzt muss sich Gott auch noch mit dem Teufel, der eigentlich ein ganz dufter Typ ist, besprechen und ihn nach seinem Geheimnis fragen. Denn der schreibt seit vielen Jahren tiefschwarze Zahlen, weil er seine Räumlichkeiten an immer mehr katholische Geistliche loswerden kann. Und so muss Jesus, der eigentlich lieber den ganzen Tag mit Hendrix Riffs austauscht, wieder mal nach unten, um die Sache gerade zu biegen. Und zwar in Gestalt eines erfolglosen, aber überaus charismatischen und talentierten Musikers im New York unserer Tage. Doch das Geschäft ist hartes Brot und JC kriegt einfach kein Podium, um das väterliche Gebot loszuwerden. Was liegt daher näher, als einen Roadtrip gen L.A. anzutreten, um dort an einer landesweit ausgestrahlten Castingshow teilzunehmen? Was bleibt einem heutzutage auch anderes übrig...
John Niven schafft es mit „Gott bewahre“, sich mal so richtig in die Nesseln zu setzen. Zumindest bei den Amis. Denn er beschreibt nicht nur die völlig korrumpierte Unterhaltungsindustrie (wir erinnern uns an „Kill Your Friends“), sondern vor allem eine durch und durch fehlgeleitete US-Kirche in all ihren Splittergruppen. Und er tut dies so brilliant, dass man ständig brüllen möchte „ALTER, DAS IST JESUS PERSÖNLICH!“ „Gott bewahre“ ist schmerzhaft, bizarr, traumatisch, unglaublich komisch und dabei so hintersinnig, dass es auf dem Weg ist, das Buch des Jahres auf dem Unterhaltungssektor zu werden. Niven lässt seine Figuren so herrlich ungezügelt, dabei aber so gestochen scharf gezeichnet von der Leine, dass man ständig zwischen "Ne, das kann er jetzt nicht machen" und „Ich glaub, er macht das wirklich...“ oszilliert. Das Buch ist so voller Wendungen, toller Figuren, Zitate, Querverweise und guter Ideen, dass man sich nur fragt: Warum nochmal hat es so lange gedauert, bis mal jemand eine solche Geschichte aufgeschrieben hat? Antwort: Weil John Niven vorher keine Zeit hatte!
Auszug:
„Nun ja, laut einiger ziemlich stichhaltiger Erhebungen liegt die Zahl der Amerikaner, die an den Kreationismus glauben, bei vierzig bis fünfundvierzig Prozent der Bevölkerung“, sagte Matthäus.
Gott hört auf zu lachen. „Was?“, fragt Er, jetzt sehr leise.
„Ja“, sagt Matthäus. „Sie lehren es sogar in den Schulen.“
„Sie bringen diese Scheiße“, sagt Gott langsam und beißt sich dabei auf die Unterlipe, „ihren Kindern bei?“
„Ähm, ja.“
„WILLST DU MICH VERARSCHEN?“
Gott schlägt alles kurz und klein. Akten fliegen durch die Luft, ein schwerer Aschenbecher zerschmettert an der Wand, eine Kaffeetasse fliegt hinterher, ein Stuhl geht entzwei. Alle starren in ihre Unterlagen, warten darauf, dass der Ausbruch vorübergeht. Schnaufend nimmt Gott schließlich wieder Platz und blättert durch Seine Aufzeichnungen. „Aber was“, fragt Er schließlich, „ist mit diesem Jungen, Darwin? Er hat doch eigentlich alles kapiert.“
„Aye“, sagt Andreas. „Sie nennen ihn einen Teufel.“
„Sind diese Leute eigentlich wirklich allesamt Geisteskranke?“
„Hat ganz den Anschein, Herr.“
„Ich meine“, Gott nimmt einen Joint aus dem Aschenbecher und hält ihn in die Höhe, „rauchen die nicht genug Gras?“
(Till Erdenberger)
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Dabei war es sicher keine große Neuigkeit, dass Verlegenheitsbundestrainer Rudi Völler kaum in die Kaste der Taktikfüchse einzuordnen ist. 2002 rettete sich die Nationalelf dank eines überragenden Michael Ballack mit Minimalistenfußball, einer kaum zu begreifenden Duselauslosung und einiger wohlwollender Schiedsrichterentscheidungen bis ins WM-Endspiel. Zwei Jahre darauf versenkte sich das schon nicht mehr fahrende Schiff bei der desaströsen EM selbst. Völler inszenierte sich als Märtyrer und bleibt allein deswegen im kollektiven Gedächtnis der heimischen Fußballfreunde als Heilsfigur und eben der eine Rudi Völler verhaftet. Lahm schreibt wenig anderes und dennoch gibt es einen Aufschrei der Empörung im Boulevard.
Was also will Lahm mit diesem Buch erreichen, das irgendwo zwischen zaghafter Abrechnung, Autobiographie und Ratgeber Kicken osziliert? Es gibt zwei Ansätze:
1. Profil schärfen
Lahm will sich ein Profil verpassen. Das desjenigen, der zwar den Mahner gibt, das aber mit einer Stromlinienförmigkeit tut, die einer heutigen Generation Fußballer so schlecht steht. Philipp Lahm ist mit Sicherheit ein cleverer, möglicherweise auch unter der durchchoreographierten Schale ein netter Junge, der weiß, was er will und was dafür von Nöten ist. Machtmensch, Karrierist und ganz sicher begnadeter Kicker. So kommt die mittlerweile obligatorische Stiftung als eigenes Kapitel daher, der schon früh in der Bayern-Jugend implementierte unbedingte Siegeswille ebenso. Einige andere Primär- und Sekundärtugenden werden mit langer Herleitung vorgestellt und auf den netten Herrn Lahm transferiert. Als Nationalelfkapitän muss er den Platzhirsch geben und den Finger in Wunden legen, die es im heutigen Bundesligaalltag so gar nicht mehr gibt. Figuren sind austauschbar, wer aus der Reihe tanzt, dem wird mächtig in die Parade gefahren. Will Lahm sich mit seinem Rundumschlag, für den er sich doch eigentlich gar nicht entschuldigen muss, als Choreograph bewerben? Vorstellbar. Einsnull für die eigene PR-Abteilung.
2. Ich bin nicht schwul!
Oder aber es ist ganz anders und die ersten 235 sind eine unterhaltsame, voyeuristische Ouvertuere für das letzte Kapitel: Ich bin nicht schwul. Denn dort wird es so grotesk, dass man zum ersten Mal richtig ins Kopfschütteln kommt. Dort erklärt Philipp Lahm, dass er nicht schwul sei. Was ja eigentlich gar nicht schlimm sei, im Gegenteil, schwul sein ist ja vollkommen okay. Aber er halt nicht. Scheinbar gibt es Gerüchte um ihn und Lahm versucht sie mit einer solch verkrampften Verve, sie auszuräumen und die Quelle zu erklären, dass man gar nicht umhin kommt, sich zu fragen, warum diese Charade? Möglicherweise ist dieses Kapitel für Lahm das wichtigste, in jedem Falle ist es das unterhaltsamste und aufrichtigste des ganzen Buches. Denn es spiegelt die ganze Verkrampfung wider, die in der Szene nach wie vor zum Thema „Homosexualität“ vorherrscht. Rund um jeden halbwegs prominenten Kicker gibt es wohl 200 verschiedene Gerüchte. Der eine vermöbelt regelmäßig seine Frau, einer hat mindestens zwei uneheliche Kinder, der nächste ist vier Jahre älter, als in seinem Ausweis steht usw... Dass aber der Kapitän der Nationalelf ausgerechnet dem "Vorwurf", homosexuell zu sein, derart massiv entgegen treten muss, dass er dafür extra eine Biographie zu schreiben hat, ist traurig und lässt zu tief blicken. Dass Lahm sich darauf einlässt zeigt die ganze Tragik der Diskussion.
Fazit: Warum sollte man dieses Buch lesen? Um sich in den Diskurs zum Thema stürzen zu können und Position zu beziehen. Pro Lahm? Contra Lahm? Darauf kommt es am Ende nicht an, denn eigentlich stehen in „Der feine Unterschied“ keine Meinungen, sondern doch recht objektive Wahrheiten. Wenn in einem Millionenbusiness wie dem Profifußball einer mit der „Ja, aber dass darf er doch nicht sagen“-Karte kommt, dann kann man dafür höchstens ein müdes Lächeln respektive eine verbale Blutgrätsche übrig haben. Lesbar ist das Buch allein seiner Kurzweiligkeit und des gelungenen Namedroppings wegen. Wie man heute Spitzenfußballer wird, wie der Untertietl suggeriert, erfährt man allerdings nicht. Möglicherweise gibt es dafür noch nicht mal eine Anleitung. Also: Lesen Sie es, wenn Sie mögen, es wird Ihnen nicht weh tun. Der hier und da gebräuchliche Duktus, wird Sie an alte Werke von Fußballphilosophen wie Fritz Walter und Uwe Seeler erinnern, wenn Lahms Ghostwriter in hoher Frequenz von „Kameraden“ spricht und dieses alte "11 Freunde" und "Gras fressen"-Vokabular beschwört. Lesen Sie es oder lassen Sie es. In zwei Jahren spricht eh niemand mehr davon.
Nachtrag: Das Beste an diesem Werk ist, dass er den feinen Verlag Antje Kunstmann, der üblicherweise ein ebenso feines Programm anbietet, derartig auf Jahre saniert haben dürfte, dass man sich auch nach der kommenden EM noch auf interessantere und relevantere Werke wird freuen dürfen.
(Till Erdenberger)
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Fotografie und Texte: Boris Guschlbauer
Manchmal wird man der Zivilisation überdrüssig. Die Großstadt zermürbt mit ihren Menschen, dem Verkehr, den Partys und ihren Dämonen. Dann heißt es die Flucht ergreifen - am
besten an den Arsch der Welt. Und was liegt nicht näher als Südpolen, mit seinen Bergen und Wäldern. Den urbanen Annehmlichkeiten mal wieder einen ordentlichen Tritt in den
Hintern verpassen und die Natur am eigenem Leibe spüren, Eremit in einer entlegenen Berghütte spielen. Hier die Fotostrecke meiner Reise in die Einsamkeit.
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Fotografie und Texte: Martin Rötzl
Sie erzählen mir von Durchfall, Malaria, Tripper, Hepatitis, Typhus und vielen anderen Horrorszenarien welche in Indien an der Tagesordnung seien.
Mit diversen Vorstellungen bereise ich nach 14 Jahren dieses Land nun zum zweiten Mal und habe die meisten Erinnerungen und Erfahrungen überwiegend schon wieder vergessen.
Es ist zu lange her. Ich weiss das es dreckig und wild ist. Mehr nicht mehr. Einer der ersten Sachen die ich für mich in Indien gelernt habe ist mir die Frage 'Warum'
nicht zu stellen, es gibt für die meisten Dinge einfach keine vernünftige Antwort die in mein westliches Bild passt. Es gibt für die meisten Tatsachen die ich sehe auch keine
Erklärung für mich. Ich habe eine Welt erlebt die permanent Himmel und Hölle gleichzeitig ist: Ich habe im Slum gelebt und im Regent Hotel: Ich habe tote zerstückelte Menschen
und schreiende Kinder gesehen, Schweine welche tote Hunde auf dem Müll aßen. Allerdings habe ich auch eine Lebensfreude und einen Lebensdrang gesehen, welchen ich häufig in
Deutschland vermisse, Menschen mit Träumen und Idealen werden selten wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der es alles im Überfluss gibt.
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Eine Kolumne von Sven van Thom
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